 |
Augen auf! Mit Überraschungen ist zu rechnen!
Ein kleiner Ausflug in die Welt des open space-Verfahrens
| Wie fing alles an?
| Wie funktioniert open space?
| Was bildet die Struktur?
|
| Welche Rolle hat die Begleitung? | Was noch? |
Viele von uns haben es schon erlebt: Die wichtigen Dinge
bei Seminaren, Workshops und Konferenzen ereignen sich in
der Kaffeepause. Da stehen Menschen in kleinen Gruppen zusammen,
besprechen, was ihnen wichtig ist, tauschen Telefonnummern
und eMail-Adressen aus, schmieden Pläne. Keiner hat die
Kommunikation geplant, noch gesteuert oder kontrolliert. Sie
geschieht dennoch oder gerade deswegen und die Teilnehmenden
haben auch noch Spaß dabei. Dieses Phänomen bildet
die praktische Grundlage des open space-Verfahrens.
Wie fing alles an? [...nach oben]
Auch Harrison Owen beobachtete 1983 den Erfolg ungeplanter
Kommunikation. Owen hatte das Erste Internationale Symposium
für Organisationstransformation in den USA organisiert
und die 250 TeilnehmerInnen waren sich anschließend
einig: Das Beste an der ganzen Veranstaltung waren die Pausen.
Diese Rückmeldung frustrierte nicht nur den Organisator,
sondern warf auch die Frage auf, warum alle den Teil der Veranstaltung
am besten fanden, auf den Owen am wenigsten Einfluss nehmen
konnte. Ausgehend von dieser Beobachtung fragte sich Harrison
Owen, ob es möglich ist, das Ausmaß an Synergie
und Begeisterung einer guten Kaffeepause mit der substantiellen
Aktivität und der Ergebnisorientierung einer Veranstaltung
zu verknüpfen. Die Suche nach einer Antwort führte
ihn zu einigen Urformen menschlicher Kommunikation, die sich
überall auf unserem Planeten ähneln.
Der Kreis - bedeutende Dinge finden im Kreis statt. Wir treffen
uns im Kreis der Familie, wir haben einen Freundeskreis. Im
Kreis gibt es kein Oben und Unten, kein Wir und Sie. Im Kreis
können sich alle Menschen sehen.
Das Atmen - wenn wir "außer Atem" sind, läuft
nicht viel. Wir müssen erst wieder "Tritt fassen"
und unseren Rhythmus finden. Diese Beobachtung gilt auch für
Gruppen und Organisationen. Selbstorganisation, Selbststeuerung,
fruchtbare Zusammenarbeit und inspirierendes Lernen entfalten
sich besonders wirksam, wenn Menschen in Gruppen und Organisationen
auf diesen Rhythmus eingehen und ihn bewusst nutzen.
Das Schwarze Brett - ist eine einfache und lang erprobte Methode,
mit der sich Menschen gegenseitig ihre Interessen mitteilen.
Der Marktplatz - ist das Forum, auf dem sich die unterschiedlichen
Interessen begegnen. Wir sind es gewohnt, uns auf einem Markt
zurecht zu finden. Wir können zwischen verschiedenen
Angeboten auswählen und einen Handel zum gegenseitigen
Nutzen eingehen.
Die Entstehung des open space-Verfahrens war keine geplante
Zusammenfügung dieser Elemente. Harrison Owen bezeichnet
sich selbst auch nicht als Erfinder des open space-Verfahrens.
Er spricht bei der Entstehungsgeschichte eher von einer Entdeckung,
die er durch Zufall gemacht hat, und nicht vom Ergebnis zielgerichteter
Forschung und Entwicklung. Weil das Verfahren auf Elementen
gründet, die wir alle kennen und die nur neu verknüpft
wurden, besteht auch kein Patent- oder Urheberrecht. Open
space gehört uns allen. Eigentlich kennen wir es schon.
Wir brauchen es nur zu erinnern.
Die erste open space-Veranstaltung fand 1985 beim Dritten
Internationalen Symposium für Organisationstransformation
in Monterey, Kalifornien statt. Die Teilnehmenden kannten
bei ihrer Ankunft lediglich das Thema, die Anfangs- und die
Endzeit. Keine Tagesordnung, kein Konferenzmanagement, kein
Planungskomitee - lediglich einen Begleiter und 85 Teilnehmende,
die in kurzer Zeit eine Tagesordnung für drei Tage mit
parallelen Workshops an verschiedenen Orten und zu unterschiedlichen
Zeiten mit jeweils verantwortlichen Personen und Gruppenmitgliedern
geschaffen hatten. Das open
space-Verfahren war geboren. Seither ist das Verfahren in
den unterschiedlichsten Organisationen und Gemeinwesen zu
einem breiten Spektrum von Anlässen angewendet worden.
Inzwischen kommt open space in 81 Ländern zum Einsatz.
Und es hat immer funktioniert! Beim Flugzeugbauer Boeing wurde
ein neues Design für Flugzeugtüren entwickelt, der
amerikanische Telefonkonzern AT&T hat seinen Pavillon
für die Olympischen Spiele 1996 in Atlanta entworfen,
das Berufsbildungswerk hat Schritte zum Unternehmensleitbild
geplant, der Deutsche Verkehrssicherheitsrat hat die Fahrschulausbildung
weiterentwickelt, die Deutsche Bahn AG hat einen Fusionsprozess
mit einem anderen Logistikunternehmen geplant, die Usbekische
Rot Halbmond-Gesellschaft hat Herausforderungen und Aufgaben
für die kommenden drei Jahre bearbeitet,
und das
alles im open space.
Wie funktioniert open space? [...nach oben]
Im open space wird unserer Fähigkeit zur Selbstorganisation
bewusst Raum gegeben. Es kommen Menschen zusammen, die einen
Beitrag leisten wollen und bereit sind, Verantwortung für
die Umsetzung eines Vorhabens zu übernehmen. Es gibt
keine vorbereitete Tagesordnung und keine Reden oder Folienpräsentationen.
Es gibt zunächst nur eine leere Wand, an der die Teilnehmenden
ihre Anliegen veröffentlichen. Ein Anliegen ist etwas,
das Einzelnen auf den Nägeln brennt und mit anderen bearbeitet
werden soll. Anliegen sind Anlässe für die Arbeit
kleiner Gruppen, die sich zu einer vereinbarten Zeit an bestimmten
Orten treffen. Größe, Arbeitsweise und Zusammensetzung
der Gruppe sind selbstorganisiert. Es gibt keine Gesprächsleitung,
außer die Gruppe organisiert sie sich selbst. Kein spezielles
Training muss absolviert werden, um an einer open space-Veranstaltung
teilnehmen zu können. Erfahrungen, Wissen, Fertigkeiten
und Gefühle sind die Voraussetzungen, die erforderlich
und in jedem Menschen vorhanden sind. Auch in jenen unter
uns, denen häufig wenig zugetraut wird, wie beispielsweise
Kindern. Die Anzahl der Teilnehmenden ist nur durch die technischen
und logistischen Voraussetzungen begrenzt. Veranstaltungen
mit mehreren hundert und bis zu 2.100 Menschen (Mai 2003 in
Würzburg) fanden schon im open space statt. Bei dieser
Größenordnung kommt vielleicht die Frage auf, wie
kann das funktionieren? Die Praxis selbst hat den Nachweis
bereits erbracht.
Es gibt darüber hinaus auch Hinweise, dass die Effektivität
einer open space-Veranstaltung gegenüber herkömmlichen
Arbeitsweisen um ein vielfaches höher ist. Die Anliegenwand
bietet ein Raster aus Räumen und Zeiten. Alle, die ein
Anliegen einbringen, ordnen dieses in das Raster ein, so dass
allen klar ist, zu welcher Zeit und an welchem Ort das Anliegen
bearbeitet wird. Die Anzahl der Räume, in denen parallel
gearbeitet werden kann, richtet sich nach der Größe
der Veranstaltung und des Veranstaltungsortes. Für eine
Gruppe von 100 Personen werden sechs bis acht Räume benötigt,
die parallel genutzt werden, bei 250 sind es 12, bei 2.100
reichen 60. Die Räume sind mit den üblichen Materialien
ausgestattet, die eine Gruppe zum Arbeiten benötigt:
Flip Chart-Papier, Moderationskarten, Stifte und so weiter.
Idealerweise befinden sich diese Räume in einem großen
Saal und sind lediglich durch Pinnwände voneinander abgetrennt.
Diese Anordnung erleichtert einerseits das "Hummeln"
von einer Gruppe zur anderen, andererseits wird die Verbundenheit
des ganzen Systems verdeutlicht, wenn die einzelnen Kleingruppenbereiche
nicht durch Türen und Gänge voneinander isoliert
sind. Die Länge der Zeiteinheiten liegt in der Regel
zwischen 40 und 90 Minuten. Sie richtet sich nach der insgesamt
verfügbaren Zeit. Wie viel Zeit eine Kleingruppe tatsächlich
benötigt, richtet sich nach ihrem Bedarf. Eine open space-Veranstaltung
kann zwischen vier Stunden und mehreren Tagen variieren. Optimal
sind zweieinhalb Tage, wobei zwei Tage parallel in Kleingruppen
gearbeitet wird und der letzte halbe Tag für Planung
und Verabredungen vorgesehen ist.
Was in den Kleingruppen geschieht, wird auf vorgefertigten
Doku-Blättern festgehalten. Verantwortlich dafür
ist diejenige Person, die die jeweilige Gruppe einberufen
hat. Sie muss keinesfalls immer selbst diese Aufgabe übernehmen,
sondern nur dafür sorgen, dass sie erledigt wird. Die
ausgefüllten Dokublätter werden auf DIN-A3 Papier
vergrößert und dann an der Dokuwand aufgehängt.
Alle können dadurch sofort nachvollziehen, was in den
anderen Kleingruppen besprochen wurde, auch wenn sie diese
nicht selbst besucht haben. Nachdem alle Gruppen getagt haben,
bekommen alle eine komplette Dokumentation. Darin ist auch
eine Kontaktliste mit den Post- und eMail-Adressen sowie den
Telefonnummern aller Teilnehmenden enthalten. Diese dient
der späteren Kontaktaufnahme und der Weiterführung
der Arbeit nach der Veranstaltung. Für die Gestaltung
der Handlungsplanung am Ende einer open space-Veranstaltung
gibt es verschiedene Möglichkeiten. Im Kern ähneln
sie sich: Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, ihre
vordringlichen Vorhaben zu identifizieren und dazu Verabredungen
zu treffen. Im Mittelpunkt steht die Frage: Was werden wir
nach der open space-Veranstaltung in die Hand nehmen? Wer
unternimmt was mit wem wann? Die Arbeitsweise ist dabei wiederum
von der Verantwortung und Leidenschaft der einzelnen getragen.
Alle, die an bestimmten Vorhaben mitarbeiten wollen, finden
sich in den jeweiligen Gruppen ein. Verabredungen werden festgehalten
und allen nach Abschluss der Veranstaltung zugänglich
gemacht. Sechs bis zwölf Wochen nach der open space-Veranstaltung
treffen sich alle Interessierten zu einem Nachtreffen, um
Zwischenbilanz zu ziehen und die nächsten Schritte zu
planen.
Alle anderen Methoden, die bisher praktiziert wurden, sind
seit Erscheinen des open space-Verfahrens weder überflüssig
noch veraltet. Open space ist kein Allheilmittel und nicht
der einzig richtige Weg, an Fragen und Herausforderungen zu
arbeiten. Vier Voraussetzungen müssen für das open
space- Verfahren gegeben sein:
1. Das Thema muss komplex sein und die Lösung unbekannt.
2. Das Thema muss unter den Nägeln brennen.
3. Das Thema muss tendenziell konfliktträchtig sein.
4. Die Gruppe der Teilnehmenden muss heterogen zusammengesetzt
sein.
Diese Voraussetzungen treffen zwar nicht immer zu (deshalb
haben andere Arbeitsformen ihre Berechtigung), aber angesichts
der zunehmenden Geschwindigkeit der Veränderungsprozesse
in unseren Organisationen und Gemeinwesen wächst die
Zahl der Anlässe, bei denen open space das geeignete
Verfahren ist.
Was bildet die Struktur? [...nach oben]
Trotz des Namens ist das Verfahren nicht frei von strukturgebenden
Elementen. Selbstorganisation braucht Struktur und schafft
sie sich selbst. Der Raum ist offen durch seine Grenzen. Im
open space gibt es vier Grundsätze, ein Gesetz, zwei
Erscheinungen und eine Ermahnung:
1. Grundsatz:
"Die da sind, sind genau die Richtigen"
Das bedeutet: ich arbeite, verhandle, überlege mit den
Menschen, die anwesend sind. Ich denke nicht über diejenigen
nach, die nicht kommen konnten. Das lenkt ab. Ich wende mich
den Menschen zu, die mit mir zusammen sind und lasse mich
auf sie ein.
2. Grundsatz:
"Was auch immer geschieht: Es ist das Einzige, was geschehen
konnte"
Das bedeutet: ich konzentriere mich auf das, was jetzt im
Augenblick für mich Bedeutung hat. Alles, was hätte
geschehen sollen, können oder müssen, ist völlig
unbedeutend. Ich entdecke die Möglichkeiten, die sich
mir jetzt bieten und nehme diese wahr.
3. Grundsatz:
"Es fängt an, wenn die Zeit reif ist"
Kreativität, Inspiration und Innovation, durch die Gruppen
zu Höchstleistungen befähigt werden, halten sich
nicht an Zeitvorgaben, sie können nicht erzwungen werden.
Der geniale Einfall oder die bahnbrechende Idee kommt nicht
auf Bestellung. Deshalb lasse ich mich auf den Rhythmus der
Gruppe ein und erharre den richtigen Zeitpunkt gelassen.
4. Grundsatz:
"Vorbei ist vorbei/Nicht vorbei ist nicht vorbei"
Das bedeutet: Ich gehe mit meiner Zeit produktiv um. Wenn
eine Aufgabe erledigt ist, dann wende ich mich anderen Dingen
zu. Wir müssen nicht bis zum Ende der Gruppensitzung
ausharren, wenn das Anliegen schon befriedigend bearbeitet
ist. Wenn jedoch die vereinbarte Zeit schon abgelaufen ist
und es gerade beginnt, spannend zu werden, dann verabreden
wir uns neu oder setzen die Arbeit woanders fort.
Das Gesetz der zwei Füße besagt:
Alle begeben sich an den Ort, an dem sie entweder etwas lernen
oder etwas beitragen können. Ich ehre eine Gruppe mit
meiner Abwesenheit, wenn ich weder etwas lernen noch etwas
beitragen kann. Die Einhaltung des Gesetzes ist im open space
oberstes Gebot. Allen wird eindrücklich klar, dass sie
selbst verantwortlich für ihr Lernen, Arbeiten und Wohlbefinden
sind. Vielredner und Besserwisser verstummen, wenn Gruppenmitglieder
nach und nach die Sitzung verlassen. Und es erweckt Hummeln
und Schmetterlinge zum Leben. Hummeln sind diejenigen, die
von einer Gruppe zur anderen ziehen und damit die guten Ideen
(den kostbaren Blütenstaub) weitertragen. Schmetterlinge
sind solche, die keine aktive Rolle einnehmen und statt dessen
lieber Kaffee trinken oder in der Sonne sitzen (ausdrücklich
erlaubt!). Sie leisten jedoch einen wichtigen Beitrag: Sie
eröffnen Raum für neue Ideen. Oft bringt gerade
diese neue Idee eine wichtige Wendung für den Prozess
der gesamten Gruppe.
Die Ermahnung:
Augen auf! Mit Überraschungen ist zu rechnen!
Die Ermahnung fordert dazu auf, alte Ideen und Lieblingsvorstellungen
zum aktuellen Thema - für die Dauer der Veranstaltung
- zur Seite zu legen. So kann Raum für Neues entstehen.
Die Ermahnung soll gleichsam die suchende Grundhaltung wie
bei einer Schatzsuche unterstützen. Es ist auch eine
Aufforderung, sich aufzumachen und Überraschungen Raum
zu geben.
Die Grundsätze, das Gesetz und die Ermahnung sind auf
keinen Fall vergleichbar mit Regeln, die vielleicht in herkömmlichen
Seminaren und Workshops gelten. Es sind eher Grundweisheiten
des Lebens, die viele bereits erfahren haben. Sie wirken deshalb
nicht eingrenzend, sondern unterstützen die Entfaltung
von Verantwortung und Leidenschaft.
Welche Rolle hat die Begleitung? [...nach oben]
Schon die Bezeichnung "Begleitung" weist darauf
hin, dass sich die Aufgaben dieser Rolle im open space deutlich
von denen in herkömmlichen Verfahren unterscheiden. Nach
Interventionen im Sinne einer Gesprächsleitung oder Moderation
seitens der Begleitung wird mensch im open space vergeblich
suchen. Das Hauptaugenmerk der Begleitung ist darauf gerichtet,
Raum und Zeit zu "halten". Dies gelingt am besten,
wenn die Begleitung versucht, uneingeschränkt präsent
zu sein und zugleich unsichtbar zu bleiben. Präsenz und
Unsichtbarkeit sind gleichzeitig nahezu unmöglich, doch
die dahinterliegende Philosophie wird deutlich: der einzige
Weg, einen open space zu ruinieren, ist zu glauben, das Geschehen
könne kontrolliert werden. Nachdem die Begleitung in
den open space eingeführt hat (dauert in der Regel etwa
20 Minuten), dient keine ihrer Handlungen einer exponierten
Stellung. Das Begleitteam kopiert Dokublätter, sammelt
leere Kaffeetassen ein, sorgt für neues Material in den
Kleingruppenbereichen. Es hält sich aus der Arbeit in
den Kleingruppen heraus und unterlässt, die Teilnehmenden
für ein bestimmtes Anliegen zu motivieren. Es ist lediglich
anwesend. Indem es nicht Eingreift, unterstützt es die
Selbstorganisation. Die Begleitung weiß von der Kompetenz
der Teilnehmenden und der Fähigkeit der Gruppe, ihre
Arbeit selbst zu gestalten - mag sie auch noch so konfliktreich
sein. Jede Intervention seitens der Begleitung wäre von
der Annahme getragen, dass sie weiß, was für die
Gruppe gut ist. Diese Annahme ist nicht nur vermessen, sondern
steht Wachstum, Selbstorganisation und Lernen im Wege.
Was noch? [...nach oben]
Erkenntnisse aus der Chaostheorie und aus der Erforschung
komplexer Systeme liefern die Antworten auf die Frage, warum
open space funktioniert. Eine grundlegende und einschneidende
Erkenntnis aus der Chaostheorie besagt: "Ordnung gibt's
umsonst. - "Order is for free." Alle komplexen Systeme
haben die Fähigkeit, sich selbst zu organisieren. Nichts
anderes ereignet sich während einer open space-Veranstaltung.
Wenn Mechanismen von Struktur und Kontrolle wegfallen, kommen
Leben und Selbstorganisation zum Vorschein. Menschen packen
Dinge an, die ihnen am Herzen liegen, der Prozess ist von
Verantwortung und Leidenschaft getragen. Dabei kann es zu
unerwarteten Ergebnissen kommen. Vor Überraschungen sind
open space-Teilnehmende nie sicher. Doch der Grad der Beteiligung
ist gegenüber herkömmlichen Planungs- und Entscheidungsverfahren
wesentlich höher. Die Teilnehmenden beginnen bereits
während der Veranstaltung, die gesamte Verantwortung
zu übernehmen und treffen selbstorganisiert Verabredungen,
die nach der Veranstaltung umgesetzt werden. Vergleichen wir
die Umsetzung der Verabredungen nach einer open space-Veranstaltung
mit dem Umsetzungserfolg nach herkömmlichen Planungsworkshops,
so zeigt sich, dass open space-Veranstaltungen überlegen
sind. Hauptgrund dafür ist die einfache Eleganz des Verfahrens
und die Fähigkeit sozialer Systeme, zu lernen und sich
selbst zu organisieren.
|
 |